Was sind Deckungsbeiträge und wie werden sie ermittelt?

unternehmerische BuchhaltungDie Deckungsbeiträge sind eine wichtige Größe in der unternehmerischen Buchhaltung. Insgesamt existieren drei Deckungsbeiträge, welche jeweils auf der nächsten Formel aufbauen und weitere Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens liefern können. Angewandt werden sie in der Deckungsbeitragsrechnung.

Der Deckungsbeitrag

[adsense type=“wide skyscraper“ align=“right“]Der klassische Deckungsbeitrag, auch als Deckungsbeitrag 1 (DB I) deklariert, ist ein Synonym für die Gewinnmarge eines Produktes oder einer Produktgruppe. Er stellt die Differenz zwischen den erzielten Erlösen und allen dafür aufgebrachten variablen Kosten dar. Das Ergebnis wird üblicherweise in absoluten Zahlen angegeben und gibt an, wie viel ein einzelnes Produkt oder eine Produktgruppe zur Deckung der Fixkosten im Unternehmen beiträgt.

Wird der DB I auf ein einzelnes Produkt angewandt, spricht man von einem Stückdeckungsbeitrag, wird er auf die gesamte Absatzmenge genutzt, bezeichnet man dies wiederum als den Gesamtdeckungsbeitrag. Die Formel lautet in beiden Fällen:

Deckungsbeitrag = Erlöse - variable Kosten

Beispiel: Erzielt ein Unternehmen mit einem Verkauf 10 Euro Umsatz (Erlös), während die variablen Kosten (beispielsweise Materialkosten pro Stück) sich auf 4 Euro beziffern, entsteht ein Deckungsbeitrag von 6 Euro (10-4). Diese 6 Euro stellen den Gewinn pro verkauftem Stück dar und können (zu Teilen) zur Deckung der Fixkosten im Unternehmen genutzt werden.

Die Idee hinter dem klassischen Deckungsbeitrag

Deckungsbeitrag Break-Even-AnalyseDer Deckungsbeitrag (alternativ: Gewinnmarge) soll Aufschluss darüber geben, wie viel an einem einzelnen Produkt verdient wird. Aus wirtschaftlicher Sicht muss ein Produkt immer über einen positiven Deckungsbeitrag verfügen, da anderenfalls mit jedem Verkauf ein Verlust erwirtschaftet wird (Kosten höher als Erlöse). Indem einzelne Produkte und Produktgruppen mitsamt ihren Deckungsbeiträgen gegenübergestellt werden, können Unternehmen ermitteln, welche Produkte wirtschaftlich besonders wertvoll sind und welche Produkte lediglich kleinere Gewinne erzielen.

Die Formel für den DB kann in der Deckungsbeitragsrechnung und der Break Even Analyse weitergenutzt werden. Um für das Betriebsergebnis eine Aussage zu tätigen, wird in dieser Form weitergerechnet:

Umsatzerlöse - variable Kosten = Deckungsbeitrag
 Deckungsbeitrag - alle Fixkosten der einzelnen Periode = Betriebsergebnis

Falls identische Maschinen mit unterschiedlicher Produktionskraft, zum Beispiel bedingt durch ihr Alter und Verschleiß, produzieren, kann der Deckungsbeitrag auch in relativer Form genutzt werden. Bei der folgenden Formel wird die Produktionskraft (Zeiteinheit) zusätzlich einbezogen, um so einen „relativen Deckungsbeitrag“ zu errechnen:

rel. DB = Stückdeckungsbeitrag / Zeiteinheit

Deckungsbeitrag 2 und 3

Die Deckungsbeiträge können in der Deckungsbeitragsrechnung noch verfeinert werden, um ein genaueres Ergebnis zu erhalten. Um den Deckungsbeitrag II zu errechnen, wird folgende Formel genutzt:

DB I - produktfixe Kosten = DB II

Werden beispielsweise spezielle Maschinen, extra für die Produktion eines einzelnen Produktes angeschafft, können diese beim DB II mit in die Kalkulation genommen werden.

Der Deckungsbeitrag III baut wiederum auf dem ersten und zweiten Deckungsbeitrag auf und nutzt folgende Formel:

DB II - bereichsfixe Kosten = DB III

Diese Rechnung berücksichtigt die bereichsbezogenen Kosten, die wiederum auf eine einzelne Produktgruppe umgerechnet werden. So ergibt sich ein noch genaueres Ergebnis, da mehr Fixkosten als beim ersten und zweiten Deckungsbeitrag einfließen.

Deckungsbeitragsrechner

Auf Vorlagen.de finden Sie ein Excel-Tool, mit welchem Sie die Deckungsbeitragsrechnung bequem zur Planung Ihres Unternehmens einsetzen können: