Der optimale Liquiditätsgrad – Als Firma „flüssig“ bleiben

Als Unternehmen flüssig bleibenLiquidität ist der Fachbegriff für flüssige Geldmittel, folglich gibt der Liquiditätsgrad immer an, wie viel liquide (flüssige) Geldmittel sich aktuell in einem Unternehmen befinden. Aus dem Blickwinkel der Buchhaltung zählen dazu unter anderem die aktuellen Kassenbestände, Bargeld außerhalb der Kasse und das Guthaben auf den einzelnen Konten.

Der Liquiditätsgrad ist insofern wichtig, weil von diesen flüssigen Mitteln Rechnungen und laufende Kosten bedient werden. Sobald der Liquiditätsgrad 0 Prozent beträgt, sind keinerlei flüssige Geldmittel mehr im Unternehmen. Nach Ablauf einer Frist müsste dann die Insolvenz angemeldet werden.

Der optimale Liquiditätsgrad

Bevor die insgesamt drei Grade errechnet werden, gilt es die optimale Liquidität zu finden. Hier gelten für verschiedene Branchen leicht unterschiedliche Regeln, insgesamt unterscheiden sich diese auch je nach errechnetem Liquiditätsgrad. Immer gilt dabei: befinden sich zu viele liquide Mittel im Unternehmen, leidet die Rentabilität (aufgrund anfallender Opportunitätskosten), befinden sich zu wenige flüssige Mittel im Unternehmen, besteht die Gefahr von Zahlungsverzügen und schließlich der Insolvenz.

1. Liquiditätsgrad

Synonyme für den 1. Liquiditätsgrad sind unter anderem Barliquidität und Cash Ratio. Bei diesem werden alle flüssigen Mittel in Relation zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten gesetzt. Kurzfristige Verbindlichkeiten sind im Regelfall Rechnungen von Zulieferern oder Kunden, welche innerhalb einer Frist von wenigen Wochen bedient werden müssen. Die Formel zur Errechnung lautet:

1. Liquiditätgrad in Prozent = 
( Flüssige Mittel / kurzfristige Verbindlichkeiten ) * 100

Befinden sich also 100 Euro in der Kasse und 900 Euro auf dem Bankkonto, während in den nächsten 2 Wochen eine Rechnung in Höhe von 5.000 Euro gezahlt werden muss, würde der erste Liquiditätsgrad 20 Prozent betragen.

In den meisten Branchen gelten 20 Prozent auch als der ideale Wert für die Liquidität 1. Grades. So kann sichergestellt werden, dass die kurzfristigen Rechnungen bedient werden können, ohne zu stark an Rentabilität einzubüßen.

2. Liquiditätsgrad

[adsense type=“wide skyscraper“ align=“right“]Wichtiger als der 1. Liquiditätsgrad, weil wesentlich genauer und transparenter, ist der 2. Liquiditätsgrad. Dieser wird häufig auch als Einzugsliquidität oder Acid Test Ratio bezeichnet und bezieht zusätzlich alle Forderungen mit ein. Die Gesamtheit aus Forderungen und liquiden Mitteln bezeichnet man als Geldvermögen. Die Formel für den 2. Liquiditätsgrad lautet:

( Flüssige Mittel + Forderungen ) = Geldvermögen

2. Liquiditätsgrad in Prozent =
 ( Geldvermögen / kurzfristige Verbindlichkeiten ) * 100

Idealerweise sollte der Wert 100 Prozent betragen. Der Idealwert geht von der Annahme aus, dass alle Forderungen fristgerecht beglichen werden und das gesamte Geldvermögen so problemlos eingesetzt werden kann, um alle anfallenden kurzfristigen Verbindlichkeiten vollständig zu begleichen. Sobald sich der Wert unter 100 Prozent ansiedelt, spricht man von einem liquiden Engpass – das Unternehmen muss in diesem Fall handeln.

3. Liquiditätsgrad

Bei diesem Grad werden auch Vorräte (Umlaufvermögen) mit in die Rechnung einbezogen. Als Synonym wird häufig auch Current Ratio genutzt. Die Formel lautet:

3. Liquiditätsgrad in Prozent =
Geldvermögen + Vorräte / Kurzfristige Verbindlichkeiten * 100

Ein optimaler Wert sind in diesem Fall 200 Prozent, weil hier auch bevorstehende Verkäufe (erzielte Umsatzerlöse) mit einbezogen werden.

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