Ist organischer Traffic bei Online-Shops noch zeitgemäß?

Suchmaschinenoptimierung vs. Preissuchmaschinen

Organischer Traffic ist für viele Unternehmen, die ihre Produkte und Leistungen ausschließlich über das Web vertreiben, ein wichtiger Faktor. Als organisch werden immer die Besucher klassifiziert, die die Webseite über eine Suchmaschine, zum Beispiel Google oder Bing, erreichen. Platziert sich ein Online Shop zu relevanten Suchbegriffen gut in der Suchmaschine, erreicht sie einen entsprechend hohen Traffic, da User nach diesen Suchbegriffen suchen und die Webseite als Ergebnis erhalten. Obwohl organischer Traffic elementar ist, verliert er durch weitere Trafficquellen wie Social Media oder Preissuchmaschinen auch immer stärker an Bedeutung.

Welchen Einfluss hat organischer Traffic als Kennzahl?

Um sich wirklich gut zu relevanten Suchbegriffen zu positionieren, muss aktiv SEO betrieben werden. Die notwendigen Aufwendungen für ein gutes Ranking variieren nach der Branche und den Suchbegriffen. Populäre und lukrative Bereiche wie Kredite und Versicherungen sind ausgesprochen umkämpft, SEO lohnt sich hier fast nur dann, wenn auch die notwendigen Mittel (Arbeitskräfte, Know-How und Budget) in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. In sogenannten Nischenmärkten kann ein besseres Ranking durch SEO schneller erreicht werden, der Traffic ist im Umkehrschluss aber häufig auch nur geringfügig ausgeprägt.

Web search engine - icon

Für Betreiber von Online Shops ergibt sich sogar eine gänzlich neue Situation, denn diese können auf ein weiteres Element zurückgreifen: die Preissuchmaschinen. Diese vergleichen automatisch die Preise aller angeschlossenen Händler und liefern dem Kunden innerhalb von Sekunden ein Ergebnis, welcher Händler für das entsprechende Produkt die besten Preise bietet. Zudem nutzen diese Preisportale ebenso SEO, weshalb sie bei der organischen Suche zu direkten Konkurrenten werden. Sucht ein User nun aktiv nach einem bestimmten Produkt, wird er unter Umständen gar nicht direkt zu einem Online Shop, sondern einer dieser Preissuchmaschinen weitergeleitet. Auch visieren viele Konsumenten eigenständig die Preissuchmaschine an, da sie so ohne größere Recherchen den günstigsten Preis für das Produkt erhalten.

Dieser Umstand ist für Online Shops Segen und Fluch zugleich. Einerseits wird der organische Traffic durch die Preissuchmaschinen automatisch reduziert, andererseits betreiben diese ebenso SEO und sind damit ein weiterer Absatzkanal. Durch einen guten Preis kann man auf diese Weise also weiterhin Besucher erhalten, ohne aktiv eigenständig intensives SEO betreiben zu müssen. Die Portale finanzieren sich im Regelfall über Werbung oder besitzen Partnerprogramme der Händler. Die Kennzahl des Gewinns/Stück reduziert sich dann, da ein Teil der Einnahmen an das Preisportal abgegeben wird, als Gegenzug nimmt dieses die Produkte und Shops in die eigene Datenbank auf.

Weitere Trafficquellen für Shops

Eine weitere Kennzahl, die Betreiber von Online Shops nicht vernachlässigen können, sind die sozialen Netzwerke. Eine Kennzahl wie Likes, +1s und Teilungen ist insofern wichtig, als das dem Shop auch Traffic aus sozialen Netzwerken vermittelt wird. Diese sorgen für eine höhere Sichtbarkeit, während die Marke indirekt empfohlen wird – durch Verknüpfungen mit dieser aus dem Freundeskreis. Produkt-Reviews auf Blogs, direkte Empfehlungen via E-Mail Marketing und auf Sparportalen erwähnte Sonderangebote und Rabatte leiten ebenfalls Besucher auf den Online Shop – ganz ohne organischen Traffic und eine gute Platzierung in Suchmaschinen. Die Kennzahl organischer Traffic verliert für den eCommerce Sektor daher mitunter ein wenig an Stellenwert, darauf zu verzichten können Händler im Regelfall aber nie.