Likes, +1, Tweets – wie wichtig ist diese Kennzahl tatsächlich?

Mit dem rasanten Anstieg von Social Media hat sich für viele Unternehmen auch die eigene Marketing- und Kommunikationsstrategie verändert. Studien bezeugen nachweislich, dass Firmen in den letzten 5 Jahren ihr Budget für soziale Netzwerke kontinuierlich angehoben haben, was auch kaum verwunderlich ist, wenn man diese Zahlen in direkten Vergleich zu den steigenden Nutzer- und Besucherzahlen von Facebook, Google+, Twitter und Co stellt. Dennoch ist diese Kennzahl nicht so eindeutig, wie sie auf den ersten Blick erscheint, denn ein Fan ist nicht gleich ein Fan und manchmal ist ein Like sogar relativ unbedeutend.

Manche Unternehmen haben es schwerer als andere

Social Media Profile untereinander zu vergleichen macht nur dann Sinn, wenn tatsächlich in der gleichen Branche verglichen wird. Ein Beispiel, wie trügerisch die Kennzahl rund um Likes und +1s sein kann, zeigen Beispiele aus der freien Wirtschaft. Ein Unternehmen, was Butter oder Kartoffeln produziert und in Supermärkten verkauft, wird im Regelfall nicht annähernd so viel „Social Media Buzz“ generieren können, wie ein Unternehmen, was trendige Mode oder leckere Smoothies produziert. Der Grund hierfür liegt in der Zielgruppe. Auch wenn soziale Netzwerke von Personen jeden Alters und (nahezu) jeder Nationalität genutzt werden, sind jüngere User (Alter 14 bis 28) erfahrungsgemäß wesentlich interaktionsfreudiger. Ein Like wird schneller verteilt, „coole“ und innovative Produkte werden gern geteilt, während herkömmliche Gegenstände wie Kartoffeln einfach der Trendfaktor fehlt, um wirklich von viralem Marketing profitieren zu können. Rheumastrümpfe sind ebenfalls ein Produkt, dessen Relevanz am Markt nur schwer anhand von Social Media Profilen gewertet werden kann. Die Zielgruppe ist entweder nicht in den sozialen Netzwerken vertreten oder das Produkt ist schlicht nicht cool genug (oder sogar etwas beschämend) um viele Interaktionen zu provozieren.

Wie viel ist ein Like wirklich wert?

Zudem ist die Kennzahl der Likes, Tweets und +1s kaum als tatsächlicher Erfolgsfaktor zu nehmen, denn ein einfaches Like bringt relativ wenig. Zwar sorgt eine hohe Anzahl im Regelfall für einen gewissen „Aha-Effekt“ und ist keinesfalls negativ zu deuten, wirklich nützlich werden die Likes aber erst dann, wenn die Fans auch wirklich mit der Marke interagieren und vielleicht sogar (unbewusst) zu einem aktiven Markenbotschafter werden. Sind die Likes/Fans tatsächlich aktiv, teilen häufig, kommentieren und hinterlassen unter Umständen sogar positive Bewertungen für das Unternehmen, kann sich dieser Umstand durchaus sehr positiv auswirken. Im Idealfall entsteht ein viraler Effekt, bei dem das Unternehmen seinen eigenen Aufwand in sozialen Netzwerken reduzieren kann, durch die virale Verbreitung aber weiterhin die Sichtbarkeit gesteigert wird. Die Social Media Kennzahl und das einfache Like kann jedoch nicht alleinstehend als Erfolgsfaktor gedeutet werden, da es keine Rückschlüsse auf den Umsatz, Marktanteil und Unternehmenserfolg zulässt.

 Vorteile für weitere Marketing- und Kommunikationsaufwendungen

Gefällt mir - ButtonDie Kennzahl der Likes, Shares und +1 kann jedoch genutzt werden, um auf andere Marketingzweige einen positiven Effekt zu erzielen. Bei der Suchmaschinenoptimierung fließen die Social Media Kennzahlen bereits aktiv mit ein, das Ranking kann durch einen hohen Wert und viele Interaktionen also verbessert werden. Zudem helfen die Anhänger in sozialen Netzwerken, die Sichtbarkeit neuer Produkte und Dienstleistungen zu steigern oder das Unternehmensimage zu verbessern.